Weinstein!
Es kommt immer mal wieder vor, dass uns Kunden leere Flaschen wiederbringen und besorgt auf die kleinen Steinchen am Boden hinweisen ...
Wir können Sie beruhigen: es handelt sich weder um Zuckerkristalle, noch sind diese Weinkristalle schädlich oder etwa ein Zeichen
mangelnder Qualität des Weines – ganz im Gegenteil!
Die "Edelsteine" des Weines sind durchaus schon in jungen Weinen zu finden. Denn sie sind ein Zeichen für einen hohen Gehalt
an Mineralien. Am häufigsten jedoch finden sie sich bei
älteren, wertvollen Weinen, also bei Auslesen, Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen. Bei ihnen sind die Kristalle am
Korkspiegel oder an der Flaschenwand das Kennzeichen langer Lagerung. Der Fachmann spricht hier vom "Altersweinstein",
den man an den größeren Kristallen erkennt, die sich erst nach und nach bilden.
Woher kommt Weinstein?
Je reifer die Trauben sind, desto größer ist der Anteil an Weinsäure. Und je länger sie am Rebstock reifen, desto länger haben die
Trauben auch Zeit, aus dem Boden viele Mineralien aufzunehmen. Treffen diese Mineralien und Weinsäure aufeinander, so kann sich nach und nach Weinstein bilden. Diese Kristalle lösen sich nicht im Wein, sondern sie fallen aus – an der Flaschenwand, am Boden, am Korken oder bereits im Fass. Weinstein hat keinen Einfluss auf die Qualität eines Weines. Aber es gibt trotzdem einen interessanten Zusammenhang: Eine langsame Gärung bei geringen Temperaturen
schont die Duft- und Aromastoffe im Wein. Je langsamer und länger die Gärung, desto weniger Weinstein bildet sich im Fass - und umso eher später in der Flasche. Also kann Weinstein in der Flasche ein Zeichen für die gute Arbeit des Winzers und die Qualität des Weines sein.
Am besten ist es also, wenn Sie die Flasche ganz sanft leeren und den Weinstein in der Neige belassen. Dann bleibt der Genuss
des einwandfreienWeines (im wahrsten Sinne des Wortes) ungetrübt!